Was ist das metabolische Körpergewicht beim Hund – und warum solltest du es kennen?

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Wenn es um die gesunde Ernährung deines Hundes geht, ist die richtige Futtermenge entscheidend. Viele Hundehalter orientieren sich dabei am Körpergewicht ihres Vierbeiners – logisch, oder? Doch es gibt einen viel genaueren Weg, um den Energiebedarf zu ermitteln: das sogenannte metabolische Körpergewicht (auch „metabolisches Gewicht“ oder „Stoffwechselgewicht“ genannt).

Warum ist das so wichtig?

Die meisten Hunde würden sich sehr schnell überfressen, wenn man ihnen freien Zugang zum Futter ließe. Viele hören erst auf zu fressen, wenn ihnen bereits schlecht ist – ganz einfach, weil sie dauerhaft hungrig wirken. Besonders ausgeprägt ist dieses Verhalten bei bestimmten Rassen wie dem Labrador Retriever. Bei dieser beliebten Hunderasse wurde ein genetischer Defekt im sogenannten POMC-Gen nachgewiesen, der das natürliche Sättigungsgefühl hemmt. Betroffene Hunde produzieren weniger Sättigungshormone und zeigen deshalb ein dauerhaft gesteigertes Fressverhalten – unabhängig vom tatsächlichen Energiebedarf.

Gerade deshalb ist es umso wichtiger, nicht nach Gefühl oder Augenmaß zu füttern, sondern mit einer fundierten Berechnung zu arbeiten – basierend auf dem metabolischen Körpergewicht.

 

Was bedeutet „metabolisches Körpergewicht“?

Das metabolische Körpergewicht (mKG) ist ein berechneter Wert, der sich an der Stoffwechselaktivität des Hundes orientiert – und nicht nur am reinen Gewicht. Denn: Der Energiebedarf eines Tieres steigt nicht linear mit seinem Körpergewicht. Ein Hund mit 10 kg braucht nicht doppelt so viel Energie wie ein Hund mit 5 kg – sondern etwas weniger als das Doppelte. Genau hier kommt die Formel für das metabolische Körpergewicht ins Spiel.

 

Warum ist es so wichtig?

Das metabolische Körpergewicht bildet die Grundlage für die Energie- und Nährstoffbedarfsberechnung bei der Fütterung. Es ist besonders relevant:

  • bei der Rationsgestaltung (z. B. Barf oder Selbstgekochtem)
  • für die Dosierung von Nahrungsergänzungen
  • bei Krankheiten, die eine exakte Energiezufuhr erfordern (z. B. Diabetes, Übergewicht, Nierenerkrankungen)
  • zur Gewichtsreduktion oder Gewichtszunahme

Kurz gesagt: Wer die Ernährung seines Hundes individuell und gesund gestalten möchte, kommt um das mKG kaum herum.


Fun Fact: Warum Labradore nie satt sind

Wusstest du, dass bei vielen Labrador Retrievern ein Gen-Defekt dafür sorgt, dass sie kein natürliches Sättigungsgefühl haben? 🐾

Forscher der Universität Cambridge haben herausgefunden, dass bei einem Teil dieser Rasse eine Mutation im POMC-Gen vorliegt. 1 von 4 Labradoren trägt eine Mutation im POMC-Gen. Dieses Gen ist eigentlich dafür zuständig, Hormone zu produzieren, die dem Gehirn signalisieren: "Ich bin satt." Fehlt dieser Mechanismus, bleibt der Hunger einfach dauerhaft „an“. Das erklärt, warum Labradore oft extrem futtermotiviert sind – und warum gerade bei ihnen eine exakte Rationsplanung besonders wichtig ist.

Die gleiche Studie hat auch Flat-Coated Retriever untersucht, die eng mit dem Labrador verwandt sind. Ergebnis: Auch hier wurde die Mutation gefunden, wenn auch seltener. Für andere Rassen liegen aktuell keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege vor, aber: Es gibt anektotische Hinweise, dass auch Beagles, Cocker Spaniels und einige andere Rassen zu extremer Futtermotivation neigen. Ob dort ähnliche genetische Ursachen vorliegen, ist noch nicht abschließend erforscht.


So berechnest du das metabolische Körpergewicht deines Hundes

Die Berechnungsformel lautet:

🔢 Formel:

metabolisches Körpergewicht (mKG) = Körpergewicht in kg^0,75

Du musst also das Körpergewicht deines Hundes mit der Potenz 0,75 rechnen. Das geht am einfachsten mit einem Taschenrechner oder online.


🐾 Beispiel: Lilly, Golden Retriever

  • Gewicht: 30 kg

Berechnung:
30 kg ^ 0,75 = 13,98 mKG

Das heißt: Lilly hat ein metabolisches Körpergewicht von ca. 14 kg.

Für einen gesunden, normal aktiven Hund rechnet man etwa 95–110 kcal pro mKG:

Lillys täglicher Energiebedarf (Erhaltungsbedarf):
14 x 100 kcal = ca. 1.400 kcal pro Tag

Natürlich kann der tatsächliche Bedarf je nach Aktivität, Jahreszeit oder Gesundheitszustand leicht variieren.


Wann brauchst du das metabolische Körpergewicht?

Hier sind ein paar typische Situationen:

  • 🐶 Gewichtsreduktion: Du willst, dass dein Hund abnimmt, ohne zu hungern.
  • 👶 Welpenfütterung: Die Energiezufuhr soll das Wachstum optimal unterstützen.
  • 🧓 Senioren: Der Bedarf ist meist reduziert – aber individuell!
  • 🏃‍♂️ Sporthunde: Hoher Leistungsbedarf – exakte Berechnung spart Über- oder Unterversorgung.
  • 🐕‍🦺 Krankheiten: z. B. Diabetes, Nierenerkrankungen, Pankreatitis – hier zählt jedes Gramm Energie.

Das metabolische Körpergewicht ist ein kleiner, aber entscheidender Schlüssel zu einer gesunden, bedarfsgerechten Hundeernährung. Es hilft dir, den tatsächlichen Energiebedarf deines Hundes genauer zu ermitteln und Über- oder Unterversorgung zu vermeiden. Ob Barf, Selbstgekochtes oder Diät – mit dem mKG hast du die optimale Grundlage, um deinen Hund individuell und gesund zu füttern.

 

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