Warum es (noch immer) nicht egal ist, welchen Beutel du nutzt
Seit meinen ersten Artikeln zum Thema nachhaltige Hundekotbeutel hat sich einiges getan – vor allem bei den Materialien und der Diskussion rund um ihre Umweltauswirkungen. Zeit also für ein Update: Was hat sich verändert? Was solltest du wissen? Und warum sind biologisch abbaubare Hundekotbeutel mehr als nur ein „grünes Gewissen“?
Hundekotbeutel: Ein stilles, aber massives Müllproblem
Wusstest du, dass in Deutschland jedes Jahr rund 4,4 Milliarden Hundekotbeutel (1) verbraucht werden? Ein Großteil davon besteht noch immer aus herkömmlichem Plastik (PE), das nicht biologisch abbaubar ist.
Besonders problematisch: Kotbeutel werden vor allem in der Natur verwendet – und landen dort auch besonders häufig, wie es zum Beispiel durch das Umweltprojekt „Poop Map“ dokumentiert wurde. Oft mutwillig, manchmal auch einfach versehentlich. Wer kennt das nicht? Man wühlt im Mantel nach einem Leckerli – und merkt später, dass ein leerer Beutel unbemerkt herausgefallen ist. 🐾
👉 Wichtig: Auch unbenutzte Kotbeutel gehören nicht in die Umwelt – bitte heb sie auf, wenn du sie entdeckst! Jeder kleine Schritt hilft, Mikroplastik zu vermeiden.
Plastikbeutel in der Natur: Keine gute Kombination
Hundekot selbst wird mit der Zeit biologisch abgebaut. Die meisten Beutel aber nicht. Klassische PE-Kotbeutel bleiben teilweise Jahrhunderte in der Umwelt und zersetzen sich nur langsam zu Mikroplastik. Tiere können diese Kleinstteile aufnehmen – und sie landen möglicherweise sogar in der Nahrungskette.
Biologisch abbaubare Beutel: Der Airbag für die Umwelt
Die beste Lösung wäre natürlich: Kein Beutel landet draußen. Aber wir alle wissen – Fehler passieren.
Und genau hier kommen biologisch abbaubare Beutel ins Spiel: Sie wirken wie ein Airbag, wenn es doch mal zum „Crash“ kommt.
Besonders wichtig ist die Zertifizierung:
🔎 „OK compost HOME“ bedeutet, dass der Beutel unter normalen Bedingungen (getestet bei 20-30 °C) in nennenswerter Geschwindigkeit (zu mind. 90 % innerhalb von 12 Monaten) biologisch abgebaut werden kann – und nicht erst bei 60 °C in industriellen Kompostanlagen.
💡 Beispiel: Biologisch abbaubare Beutel von „The Sustainable People“ sind „OK compost HOME“ zertifiziert und waren in Tests nach ca. 12 Wochen fast vollständig verschwunden – selbst unter realen Outdoor-Bedingungen.
Eine weitere Zertifizierung: das „OK biodegradable SOIL“ Logo garantiert, dass ein entsprechend zertifiziertes Produkt im Boden vollständig biologisch abbaubar ist und keine negativen Auswirkungen auf die Umwelt hat (Test auf Ökotoxizität, Prüfung auf Schwermetallgehalt). Getestet wird bei Umgebungstemperaturen von 20-25 °C. Das Material muss innerhalb von zwei Jahren zu mind. 90 % biologisch abgebaut sein. Die Test-Umgebung bei „OK biodegradable SOIL“ (im Boden) ist sogar noch etwas realistischer im Vergleich zu „OK compost HOME“ (Heimkompost-Bedingungen). Hundekotbeutel landen leider oftmals in der Umwelt, zum Beispiel im Gebüsch.
Warum Recycling allein nicht reicht
Auch Beutel aus recyceltem Kunststoff (PCR oder PIR) sind eine Verbesserung gegenüber Neumaterialien – keine Frage.
Aber: Auch diese Beutel bleiben Kunststoff. Wenn sie in der Umwelt landen, entsteht erneut Mikroplastik. Recycling ist also wichtig – aber nicht die ganze Lösung.
Was ist mit Papierbeuteln?
Es gibt sie, und sie sind durchaus gut gemeint – praktisch sind sie aber oft nicht. Gerade bei feuchtem Wetter, Schnee oder bei „besonders großem Geschäft“ stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Auch die Lagerung, das Packmaß und die Handhabung sind nicht immer optimal.
Fazit: Kleine Tüten, große Wirkung
Hundekotbeutel sind vielleicht das unscheinbarste Produkt im Hundealltag – und trotzdem ein echtes Umweltthema. Mit deiner Wahl kannst du einen Unterschied machen:
✅ Greif zu biologisch abbaubaren Beuteln mit „OK compost HOME“ oder „OK biodegradable SOIL“-Zertifizierung
✅ Wenn du ganz sicher bist, dass deine Beutel nicht in der Umwelt landen, sind auch Recycling-Varianten sinnvoll, z.B. mit „Blauer Engel“ Zertifizierung
✅ Entsorge sie immer im Restmüll
✅ Und: Heb auch die mal verlorenen, unbenutzten Beutel wieder auf.
Es geht nicht um Perfektion – sondern um Bewusstsein und kleine Schritte.
Für unsere Umwelt. Und für ein gutes Bauchgefühl beim nächsten Gassigang.
Mit ganz viel Hundeliebe 💛
Deine Lena
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Dieser Artikel wurde durch das Wissen von The Sustainable People unterstützt, aber nicht bezahlt. Ich habe für diesen Artikel keine Vergütung erhalten, auch keine kostenfreien Produkte. Ich habe mich an Sustainable People gewandt, da sie nach eigener Recherche meine erste Wahl in Sachen Kotbeutel sind.
Quelle /1): Berechnung (Stand: April 2024), basierend auf folgender Datengrundlage: - 10,5 Millionen Hunde leben in Deutschland (https://www.zzf.de/marktdaten/heimtiere-in-deutschland) - Hundehaltende nutzen ca. 2,1 Hundekotbeutel pro Tag (eigene Umfrage von The Sustainable People, 2024) - Ergebnisse der Petbook Umfrage „Entfernen Sie wirklich immer Hundekot?“ (https://www.petbook.de/hunde/hundehaltung/hundekot-umfrage)